Studieren mit CED?

Na klar, aber in meinem Tempo!

Lesezeit ca. 2 Min.

Dass ich diese Frage mal so entschieden positiv beantworten würde, hätte ich vor zwei Jahren nicht gedacht. Denn als frischgebackener Ersti, ist es gar nicht so leicht, sich im Hochschuldschungel zurechtzufinden: Wie melde ich mich für meine Kurse an? Wann ist die Klausur? Wie lerne ich am besten? Und dazu noch die neue Lebenssituation, vielleicht ein Umzug, ein neues Umfeld. Wenn sich dann noch eine CED dazugesellt, wächst das Fragezeichen über dem Kopf immer weiter, denn neben dem normalen organisatorischen Wahnsinn machen sich noch ganz andere Ängste breit: Was, wenn sich das Bauchmonster und das Studium so gar nicht verstehen?

Studieren mit einer CED funktioniert mal mehr und mal weniger gut. Was es vor allem dafür braucht, sind jede Menge Geduld, viel Rücksichtnahme und Verständnis für sich selbst. Sich mit anderen zu vergleichen, die alle scheinbar stundenlang am Schreibtisch sitzen, so viel bessere Noten schreiben und das Studium locker in Regelstudienzeit durchgezogen bekommen, ist kontraproduktiv. Ich habe das in meiner bisherigen Zeit an der Uni auf die harte Tour lernen müssen.

Es ist kein Wunder, dass ich während des Prüfungszeitraums im ersten Semester wieder geradewegs in einen Schub gerauscht bin, wenn ich daran zurückdenke, wie viel Stress ich mir gemacht habe. Dabei kann ich immer nur mein Bestes geben und manchmal auch noch nicht einmal das. Und das ist absolut okay.

Die Pandemielage macht es für viele Studierende mit CED wahrscheinlich gerade einfacher, ihren Studienalltag zu organisieren. Die Inhalte sind oft zeitlich flexibel abrufbar, alles geht in deinem eigenen Tempo. Und ob man die Vorlesung im Bett mit einer Wärmflasche auf dem Bauch im Pyjama schaut, interessiert niemanden. Bei Präsenzlehre fallen diese kleinen, aber feinen Vorteile wieder weg, sodass für den ein oder anderen vielleicht ein Fernstudium die weiterhin benötigte Flexibilität mit sich bringt.

Wird man vollständig von einem Schub überrollt, kann ein Urlaubssemester eine gute Möglichkeit sein, sich wieder vollständig auf die eigene Gesundheit konzentrieren zu können. Manchmal hilft es auch schon, ein paar Module zu schieben und sich das Semester damit zu entzerren, um wieder zu Kräften zu kommen. Denn vormachen müssen wir uns nichts: Die CED interessiert das anstehende Referat oder die baldige Prüfungsphase herzlich wenig, ganz im Gegenteil: Der damit verbundene Stress ist zumindest für mein Bauchmonster geradezu ein gefundenes Fressen. Umso wichtiger ist es, gut auf sich zu achten, Pausen zu machen und Dinge in den Alltag zu integrieren, die einem gut tun. Für mich sind das kleine Spaziergänge an der frischen Luft und, wenn es meine Kraft erlaubt, Tanzen beim Hochschulsport.

Mit kleinen Ankern im Alltag, Vertrauen in, aber auch Verständnis für dich selbst kannst auch du ein Studium mit CED meistern!

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Nach der Schulzeit steht einem auf einmal die Welt offen. Kein Mathe, kein Geschichte und kein Latein mehr! Dafür wartet die große Freiheit auf einen, das tun zu können, was einen wirklich interessiert. Das kann aber gleichzeitig auch ganz schön überfordernd sein, denn wie soll man bei allein 19.000 verschiedenen Studiengängen und den zahlreichen Ausbildungsmöglichkeiten in Deutschland das für sich passende finden?

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 Ja oder nein?

Neben all den kleinen und großen Dingen, die man tagtäglich gut meistert, gibt es auch immer wieder Momente, wo einfach alles zu viel erscheint. Wo man sich am liebsten im Bett verkrümeln will, sich aber gleichzeitig die Aufgaben auf dem Schreibtisch stapeln. In solchen Momenten kann es ganz schön viel Kraft und Mut kosten, die Hand zu strecken und nach Hilfe zu fragen. „Was soll der Professor denn denken? Andere kriegen das ja auch hin.“, sind nur einige meiner Gedanken gewesen.

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Meine 8 Tipps

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Die Diagnose CED zu bekommen ist hart. Sie verändert dein Leben und überfordert dich wahrscheinlich genauso wie mich, als ich das erste Mal von Colitis Ulcerosa gehört hatte. Rückblickend möchte ich dir ein paar Tipps mitgeben:

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Und jetzt?

Als ich die Diagnose Colitis Ulcerosa mitgeteilt bekam, fühlte es sich wie ein schlechter Traum an. Erst ein wenig später, fing ich an zu begreifen, was diese zwei Wörter eigentlich meinten. Und erst nach Wochen und Monaten spürte ich, was Colitis Ulcerosa, was chronisch krank sein bedeutet. Für mich und für mein Leben.

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Neles Blog
Hi, ich bin Nele,

21 Jahre alt und habe Colitis Ulcerosa!

Als waschechtes Küstenkind kann ich nicht ohne Möwen, Sand und Meer. So hat es mich von der Nordsee, wo ich aufgewachsen bin, für mein Psychologie-Studium an die Ostsee verschlagen.

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Nele

HI, ICH BIN NELE, 21 JAHRE ALT UND HABE COLITIS ULCEROSA!

Als waschechtes Küstenkind kann ich nicht ohne Möwen, Sand und Meer. ...

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