Offener Umgang mit CED im Studium.

Ja oder nein?

Lesezeit ca. 2 Min.

Neben all den kleinen und großen Dingen, die man tagtäglich gut meistert, gibt es auch immer wieder Momente, wo einfach alles zu viel erscheint. Wo man sich am liebsten im Bett verkrümeln will, sich aber gleichzeitig die Aufgaben auf dem Schreibtisch stapeln. In solchen Momenten kann es ganz schön viel Kraft und Mut kosten, die Hand zu strecken und nach Hilfe zu fragen. „Was soll der Professor denn denken? Andere kriegen das ja auch hin.“, sind nur einige meiner Gedanken gewesen.

Bisher wurde ich für meine Offenheit gegenüber Dozenten allerdings immer belohnt: Viele waren nach einer kurzen Erklärung sofort bereit, die Frist für eine Abgabe zu verlängern oder es mit der Anwesenheitspflicht nicht so eng zu sehen. Oft helfen auch gern Kommilitonen aus, indem sie einem ihre Mitschriften schicken, wenn man mal nicht an einer Veranstaltung teilnehmen konnte. Statt gefürchteter Ellenbogenmentalität freuen sich die meisten, wenn sie helfen können.

Meine große Hilfe ist der Nachteilsausgleich

Darüber hinaus gibt es aber auch noch die Möglichkeit eines Nachteilsausgleichs: Dieses Teil ist mein offizieller Lebensretter geworden! Ich habe eine Weile gebraucht, ihn nicht mehr als ungerechtfertigten Vorteil zu sehen, sondern als ein ziemlich nützliches Stück Papier, das mir meinen Studienalltag ungemein erleichtert. Statt mich jedes Mal aufs Neue überwinden zu müssen, nach Hilfe zu fragen, habe ich nun eine Pauschallösung für alle Fälle. So bin ich zum Beispiel von der Anwesenheitspflicht befreit und habe bei Prüfungen eine verlängerte Bearbeitungszeit. Diesen Nachteilsausgleich habe ich beim Prüfungsamt beantragt, das ihn mir für meine gesamte Studienzeit genehmigt hat. Auf dem Schriftstück selbst ist keine Diagnose vermerkt, sodass ich es ganz diskret meinen Professoren und Dozenten vorlegen kann, die verpflichtet sind, mir diese Maßnahmen zuzugestehen.

Die Beantragung des Nachteilsausgleichs selbst erfolgt über ein formloses Schreiben, das genaue Vorschläge für Erleichterungen macht, die durch ein fachärztliches Gutachten und ggf. einen Schwerbehindertenausweis untermalt werden. Bei der genauen Formulierung kann der/die Beauftragte für Studierende mit Behinderung und chronischer Erkrankung der Hochschule weiterhelfen.

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Nele

HI, ICH BIN NELE, 21 JAHRE ALT UND HABE COLITIS ULCEROSA!

Als waschechtes Küstenkind kann ich nicht ohne Möwen, Sand und Meer. ...

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